IHE Repository
Vorgesehene Vergabe
| Auftragnehmer | Angebote | Auftragswert | Zuschlag |
|---|---|---|---|
| nicht veröffentlicht | kein Wert veröffentlicht | nicht veröffentlicht |
Beschreibung
Ein IHE-Repository mit Archivfunktion ist ein spezialisiertes IT-System zur standardisierten, sicheren und langfristigen Speicherung medizinischer Dokumente in Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen.
"IHE" steht für Integrating the Healthcare Enterprise - ein internationaler Standard, der sicherstellt, dass unterschiedliche IT-Systeme im Gesundheitswesen interoperabel zusammenarbeiten. Ein IHE-Repository erfüllt diese Vorgaben, indem es strukturierte Dokumente (z. B. Arztbriefe, Entlassberichte, Befunde) in einem zentralen System speichert und über IHE-konforme Schnittstellen (z. B. XDS, HL7, FHIR) anderen Systemen zur Verfügung stellt. Die Archivfunktion stellt sicher, dass diese Dokumente nicht nur kurzfristig gespeichert, sondern über viele Jahre revisionssicher, unveränderbar und datenschutzkonform aufbewahrt werden - gemäß gesetzlichen Anforderungen (z. B. 10 oder 30 Jahre Aufbewahrungspflicht).
Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie "MeineSana" beabsichtigt die Sana Kliniken AG, für die "Sana-Kliniken Oberfranken" ein IHE-konformes Repository mit integrierter Langzeitarchivierung zu beauftragen. Ziel ist es, eine zentrale, hochverfügbare Plattform zur strukturierten und standardisierten Speicherung medizinischer Dokumente bereitzustellen, die sowohl den gesetzlichen Anforderungen als auch den technischen Standards (IHE, HL7, FHIR) entspricht. Das Repository ist als zentral gehostete Lösung in die bestehende Multimandanten-Architektur der Sana IT-Infrastruktur einzubinden und bildet eine wichtige Grundlage für die einrichtungsübergreifende Patientenversorgung und Interoperabilität.
Der Auftragsgegenstand umfasst im Wesentlichen folgende Leistungen:
1. Bereitstellung und Lizenzierung der Repository-Lösung
Die beauftragte Lösung muss alle IHE-konformen Komponenten enthalten, insbesondere Registry, Repository, optional XDS.b-Adapter und die Anbindung an Archivkomponenten über S3-kompatible Speicher. Die Software ist für den produktiven Betrieb in der Multimandantenarchitektur der Sana Kliniken bereitzustellen und zu lizenzieren.
2. Implementierung und Integration in die bestehende Infrastruktur
Die Lösung ist vollständig in das bereits betriebene zentrale IHE-Repository der Sana Kliniken AG zu integrieren. Dies umfasst die Mandanteneinrichtung für die Kliniken in Oberfranken, die Konfiguration der Kommunikationswege, die Anbindung an die Interoperabilitätsplattform von InterSystems inkl. Master-Patient-Index (MPI) sowie die vollständige technische und semantische Integration mit den bereits im Einsatz befindlichen Komponenten von MeineSana von den Partnern Avelios, Doctolib, Thieme und Recare.
3. Langzeitarchivierung medizinischer Dokumente
Das Repository übernimmt die Aufgabe, sämtliche medizinischen Dokumente - darunter Arztbriefe, Aufklärungsunterlagen, Entlassdokumente und Befunde - revisionssicher, strukturiert und zugriffssteuerbar zu archivieren. Die Langzeitarchivierung erfolgt unter Berücksichtigung geltender Aufbewahrungsfristen, Datenschutzanforderungen sowie technischer Redundanz- und Sicherheitsmechanismen (z. B. Spiegelung, Monitoring, ATNA-Protokollierung).
4. Schulung, Betriebsübergabe und Support
Der Anbieter stellt Schulungsleistungen für IT-Administratoren und Anwender bereit. Ebenso ist ein Servicekonzept für den produktiven Betrieb (inkl. Wartung, Updates, Monitoring und Fehlerbehebung) vorzulegen. Die Lösung muss im Anschluss in den regulären Betrieb der Sana IT Services GmbH überführt und dort langfristig betreut werden können.
Ziel des Auftrags ist es, für die Kliniken in Oberfranken eine durchgängig integrierte, interoperable und wirtschaftlich nachhaltige Archivlösung zu schaffen, die vollständig in das strategische IT-Konzept der Sana Kliniken eingebettet ist.
Zusätzliche Informationen
Der Gesamtwert der Beschaffung wird zur Wahrung der Betriebs- u. Geschäftsgeheimnisse des vorgesehenen Auftragnehmers nicht bekannt gegeben.
Daher enthält das Formular den fiktiven Wert in Höhe von 1,00 EUR.
Begründung der Direktvergabe
Der Auftrag kann nur von einem bestimmten Wirtschaftsteilnehmer ausgeführt werden, da aus technischen Gründen kein Wettbewerb vorhanden ist. Auftraggeberin ist daher der Ansicht, dass die
Auftragsvergabe ohne vorherige Veröffentlichung
einer Bekanntmachung im Amtsblatt der
Europäischen Union zulässig ist. Begründung: Nach
der bisher ergangene Rechtsprechung (vgl. OLG
Düsseldorf, Beschluss vom 22.5.2013 - VII-Verg 16/
12, OLG Düsseldorf, Beschluss vom 1.8.2012 - VII -
Verg 10/12, SatWaS/MoWaS u. Beschluss vom
27.6.2012- VII-Verg 7/12, Fertigspritzen) sind
vorliegend die vergaberechtlichen Grenzen der
Bestimmungsfreiheit des öffentlichen Auftraggebers
eingehalten, da
(1) die Bestimmung durch den Auftragsgegenstand
sachlich gerechtfertigt ist,
(2) vom Auftraggeber dafür nachvollziehbare objektive
und auftragsbezogene Gründe vorliegen und die
Bestimmung folglich willkürfrei getroffen worden ist,
(3) die Gründe tatsächlich vorhanden sind,
(4) und die Bestimmung andere Wirtschaftsteilnehmer
nicht diskriminiert.
An den vorstehenden Grundsätzen gemessen liegen
objektiv schwerwiegende personelle, wirtschaftliche
und technische Gründe für die getroffene Wahl vor,
zukünftig kein anderes Produkt, zu nutzen.
Allein die abzuwendenden Risiken von
Fehlfunktionen, Kompatibilitätsproblemen und hohem
Umstellungsaufwand rechtfertigten die Entscheidung.
Insbesondere mit Blick auf die zwingende
Notwendigkeit eines jederzeit störungsfreien Betriebs
im laufenden Betrieb darf das Klinikum jedwede
Risikopotentiale ausschließen und den sichersten
Weg zu wählen, um jederzeit Patientensicherheit und
einen störungsfreien Klinikbetrieb zu gewährleisten zu
können.
Die bestehende Infrastruktur der Sana Kliniken basiert bereits auf der Visus-Archivlösung, sodass aus technischen, wirtschaftlichen und betrieblichen Gründen keine andere Wahl besteht, als die Erweiterung des bestehenden Systems mit Visus vorzunehmen.
Aufgrund der umfassenden technischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten sowie der bestehenden IT-Strategie der Sana Kliniken ist eine herstellergebundene Vergabe an Visus die einzig sinnvolle und praktikable Lösung. Die Vergabe erfolgt im Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb, da eine alternative Ausschreibung zu erheblichen betrieblichen Risiken, hohen Mehrkosten und einer Gefährdung der IT-Sicherheit führen würde.
Die Beauftragung von Visus ist daher nicht nur aus Sicht der Systemkompatibilität alternativlos, sondern auch wirtschaftlich die effizienteste und nachhaltigste Entscheidung. Die Sana Kliniken AG setzt damit konsequent auf eine zukunftssichere, harmonisierte IT-Infrastruktur und gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit und Betriebssicherheit ihrer Archivsysteme.
Eckdaten
- Vergabestelle
- Sana Lichtenfels Verwaltungs GmbHGustav-Hirschfeld-Ring 3, 96450 Coburg
- Art des Auftraggebers
- ZuwendungsempfängerSonstiger Auftraggeber
- Erfüllungsort
- 96450 CoburgNUTS DE243
- Verfahrensart
- Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb
- Auftragsart
- Lieferleistungen
- Vergaberegime
- EU-weite Vergabe (oberhalb der EU-Schwellenwerte)
- Rechtsgrundlage
- Richtlinie 2014/24/EU (öffentliche Auftragsvergabe)VgV
- Art der Bekanntmachung
- Freiwillige Ex-ante-Transparenzbekanntmachung
- Geschätzter Wert
- nicht veröffentlicht
- Rahmenvereinbarung
- Rahmenvereinbarung ohne erneuten Aufruf zum Wettbewerb
- Für KMU geeignet
- nicht angegeben
- Geschäftszeichen
- Sana 02/2025
- Veröffentlicht
- abgesendet Mo., 02.06.2025, 13:03 Uhr MESZ
- Bekanntmachung
- a3031fcb-317c-48ac-9eda-ccb2b88ee7eeVersion 1
- Verfahrens-ID
- 18a637f6-a4b8-4b10-9330-25d8bffbc09c
- Nachprüfungsstelle
- Regierung von Mittelfranken, Vergabekammer Nordbayern, Ansbachzuständig für Rügen und Nachprüfungsanträge
- Datenformat
- eForms-Bekanntmachungeforms-de-2.0
Kategorien (CPV)
Quelle Bekanntmachungsservice (oeffentlichevergabe.de) (CC0) · Bekanntmachung a3031fcb-317c-48ac-9eda-ccb2b88ee7ee, Version 1 · bei uns aktualisiert · Stand